Bekleidung

Karate Gi

Karate gehört zu den beliebtesten Kampfsportarten der Welt. Wie viele Menschen auf der Welt die Sportart aktiv betreiben lässt sich nur schwer einschätzen. Aber wenn man die Beliebtheit von Karate in den asiatischen und den Vereinigten Staaten von Amerika sieht, dürften es mehrere hundert Millionen Menschen sein. Viele Karateschulen bietet Probetrainings an, an denen man in normalen Sportsachen teilnehmen kann. Hat man jedoch Feuer gefangen und möchte Karate regelmäßig trainieren, wird die vorgeschriebene Bekleidung erwartet. Die Kleidung besteht aus drei wichtigen Elementen, und zwar aus einer Jacke (Uwagi), einer Hose (Zubon) und dem Gürtel (Obi) besteht. Der vollständige Karateanzug wird dabei als Karate Gi bezeichnet.

Geschichte des Karateanzug

Allerdings ist Karate als Sport noch gar nicht so alt. Erst zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde aus einer Kampfform eine Sportart etabliert. Die Geschichte des Karate beginnt jedoch schon 2.500 Jahre früher, nämlich um das Jahr 500 unserer Zeitrechnung. Da Karate ursprünglich von Mönchen und später von Bauern ausgeübt wurde, legte man keinen Wert auf einheitliche Kleidung. Diese kam erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Karate zu einem Sport für die breite Masse wurde. Und wer heute regelmäßig den Sport ausübt, sollte sich diesen Gepflogenheiten auch anpassen. Der bekannteste Teil des Karateanzug ist der Obi, der durch seine Farbe den Grad anzeigt.

Der Zweck ist kaufentscheidend

Wenn man die einheitliche Karatekleidung sieht, würde man nicht denken, dass es Unterschiede gibt – doch die gibt es sehr wohl. Wobei die Unterschiede sich eher im Material beziehungsweise in der Stärke des Materials finden. Welche Stärke man dabei wählt, hängt vom Zweck ab, für den die Kleidung benötigt wird. Dazu muss man wissen, dass es im Karate zwei große Bereiche gibt – das Kumite und den Kata. Dabei handelt es sich um die Demonstration von Bewegungsabläufen. Diese werden üblicherweise nicht gegen einen realen Gegner ausgeführt. Bei dem Kumite geht es dagegen richtig zur Sache, denn hier wird gegen reale Gegner gekämpft. Logischerweise ist bei einem Wettkampf, also bei einem Kumite, die Beanspruchung sehr viel größer wie bei dem Kata. Während beim Kata nur selten ein direkter Körperkontakt stattfindet, ist dies bei Wettkämpfen der Normalfall. Dementsprechend strapazierfähig muss der Karate Gi sein. Als Faustregel kann gelten – für das Training reicht ein Gi mit niedriger Materialstärke meist aus. Bei Wettkämpfen sollte man ein stärkeres Material wählen.

Der Schnitt spielt eine untergeordnete Rolle

Bei den Schnitten kann man aus unterschiedlichen Formen wählen. Der traditionelle Schnitt hat eine kürzere Arm- und Beinlänge, wodurch die Bewegungsfreiheit deutlich erhöht wird. Ein moderner Schnitt ist an Ärmeln und Hose länger, hat aber außer dem optischen Aussehen keinen praktischen Mehrwert. Eher ist sogar das Gegenteil der Fall, denn die längeren Ärmel und Hosen beeinträchtigen die Bewegungsfreiheit und bieten mehr Fläche um Griffe anzusetzen.

Materialstärke beim Karateanzug

Während der Schnitt eher von den persönlichen Vorlieben oder den Vorgaben des Dojo beziehungsweise des Verbandes abhängt, sollte man die Materialstärke von dem Zweck abhängig machen. Üblicherweise sind die Gi aus Baumwolle gefertigt. Wobei der Materialstärke eine besondere Bedeutung zukommt. Diese ist nämlich für diverse Eigenschaften des Anzugs verantwortlich. So hängt unter anderem die Reissfestigkeit, das Gewicht oder Saugfähigkeit direkt mit der Stärke des Materials zusammen. Die Materialstärke wird dabei in Unzen angeben. So lautet die gängige Bezeichnung so:

Karate Gi 10 oz (340g/qm)

Diese Angabe würde bedeuten, dass die Materialstärke eines Karateanzug 10 Unzen beträgt und ein Gewicht von 340g je Quadratmeter aufweist. Für Anfänger ist dabei die Materialstärke von 8 ratsam, das sie die meiste Bewegungsfreiheit garantiert. Bei einem regelmäßigen Training sollte man besser auf die Stärke von 10 und bei Wettkämpfen sollte der Karateanzug höhere Stärkegrade verwenden.