Leistungsdiagnostik

Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung für Kartesportler

Während bei vielen anderen Sportarten die Leistungsdiagnostik bereits seit Jahren eingesetzt wird, um ein optimierte, individuelle Trainingsplanung aufstellen zu können, so hat man beim Karate Sport erst in den letzten Jahren damit begonnen, eine sportspezifische Leistungsdiagnostik anzubieten.

Bei einer anspruchsvollen Sportart wie Karate kann die Leistungsdiagnostik für den Sportler besonders vorteilhaft sein. Sie trägt dazu bei, die individuelle Leistungsgrenze zu ermessen. Ist dieser Wert festgestellte, so kann die Trainingsplanung in einer Weise vorgenommen werden, die dem Sportler zu einer effektiven Leistungssteigerung verhilft. Ohne Leistungsdiagnostik kann die Trainingsplanung entweder nicht anspruchsvoll genug sein, was bewirkt, dass sich der Sportler auf einem Leistungsplateau einpendelt. Ist sie jedoch zu anspruchsvoll ausgelegt, so kann das Training überanstrengen und zu gesundheitlichen Schäden führen.

Für viele Karate Sportler werden heute im Rahmen der Leistungsdiagnostik verschiedene Methoden angewendet. Eine dieser Methoden ist die Spiroergometrie. Hierbei werden unter Belastung die Atemgase gemessen. Dazu trägt die Testperson während der sich steigernd körperlichen Belastung eine Atemmaske, die an einen Volumensensor angeschlossen ist, der das ventilierte Luftvolumen misst. Zum anderen führt ein Schlauch zu einem Gassensor, wo der Gasgehalt der Expirationsluft gemessen wird.
Mit dieser Leistungsgsdiagnostik können verschiedenen Gesichtspunkte im Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Testperson festgestellt werden. Durch Erfassung der maximalen Sauerstoffaufnahme während der beständig ansteigenden körperlichen Belastung kann die anaerobe Schwelle festgestellt werden, welche die Belastungsgrenze darstellt. Auch Kalorienverbrauch und Substratumsatz können bestimmt werden. Die Spiroergometrie erlaubt auch Rückschlüsse auf die Belastungsfähigkeit von Herz und Lunge.

Im Karate Sport wird auch die Laktatbestimmung eingesetzt, um Trainingsbereiche zu bestimmen. Hierbei erfolgt die Steigerung der körperlichen Belastung in Segmenten. Nach jedem Segment wird aus dem Ohrläppchen ein Tropfen Blut entnommen und auf den Laktatwert untersucht. Bei zunehmender Belastung werden im Körper mehr Kohlenhydrate verbrannt, um Energie bereit zu stellen. Laktat ist ein Stoffwechselzwischenprodukt beim Abbau von Kohlenhydraten. Gleichzeitig benötigt die Muskulatur mehr Sauerstoff, um den Energiebedarf zu decken. Wenn das Herz-Kreislaufsystem nicht mehr in der Lage ist, die Muskeln mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen, wird das Laktat nicht mehr schnell genug abgebaut. Wird die Leistungsgrenze erreicht, erhöht sich der Laktatgehalt im Blut explosionsartig. Auf diese Weise kann die anaerobe Schwelle bestimmt werden.

Auch aus dem Bereich der Biomechanischen Leistungsdiagnostik sind einige Methoden zur Trainingsplanung für Karate Sportler von Wichtigkeit. Bei der Kinemetrie beispielsweise, wird oft eine Videodiagnose eingesetzt. Hierbei wird die Testperson während der sportlichen Belastung mit einer Hochgeschwindigkeitskamara gefilmt. Später werden wichtige Aspekte in Standbilder digitalisiert und ausgewertet. Hieraus gewinnt man Aufschluss über den Körperschwerpunkt.

Die Auswertung der Leistungsdiagnostik ist für den Trainer von großer Wichtigkeit. Ist die Leistungsgrenze des Sportlers einmal bekannt, so kann die Trainingsplanung genau hier einsetzen und den Karate Sportler systematisch dazu führen, Kraft und Leistungsfähigkeit aufzubauen. Besonders wertvoll sind auch die Vergleichswerte. Hierzu wird die Leistungsdiagnostik in periodischen Abständen wiederholt und mit den vorangegangenen Ergebnissen verglichen. Wurde eine erfolgreiche Trainingsplanung entwickelt,so wird man eine kontinuierlich steigende Leistungsfähigkeit verzeichnen. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist es empfehlenswert, die Trainingsplanung zu überprüfen und zu ändern, um eine verbesserte Auslastung des Karate Sportlers herbei zu führen.